Gasbacilleninfektion des Pankreas und Pankreasnekrose

  • Dr. H. Brütt
  • Published 2005 in Virchows Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin

Abstract

W~hrend in der Kriegszeit die akute Pankreasnekrose auffallend selten war, ist in den letzten Jahren naeh unseren Erfahrungen eine erhebliehe Zunahme, zumal sehwere F~lle zu verzeiehnen. Bis zu einem gewissen Grade ist diese Erseheinung aus der seit einigen Jahren iiberrasehend grogen Zahl yon GMlenwegeerkrankungen, speziell der Cholelithiasis, zu erkl~ren; finder man doeh in einem nieht geringen Prozentsatz die Pankreasnekrose mit Gallensteinen vergesellsehafte~. Trotzdem besteht naeh unseren Erfahrungen hierbei keineswegs eine absolute Parallele. Wir haben in den Jahren 1919 und 1920 bei 57 akuten und 48 ehronisehen operierten Gallenblasene~tziindungen keinen einzigen Pankreasnekrosenfall zu verzeiehnen; hingegen in den beiden folgenden Jahren bei 78 akuten und 69 ehronisehen Choleeystiten 15 Pankreasnekrosen gesehen. Bei meinem Material yon 38 Fiillen von akuter Pank~easnekrose wurden 23mal, also in 60% GMleDsteine festgestellt; da abet ohne Autopsie resp. Choleeystektomie einmal Steine iibersehen werden kSnnten, habe ich die sicher 8tein/reien Falle nochmals besonders gerechnet; es sind dies 9 Fglle ---24% des Oesamtmaterials. Es deeken sich diese Zahlen so ziemlich mit den Erfahrungen anderer Autoren (Mayo, Kdrte usw.), welche in 75--81~/o ihrer Fglle yon Pankreasnekrose Gallensteine fanden. Auf welche Weise in diesen ,,steinlosen" Fallen die Pankreasnekrose zustande kommt, ist noch ganz unklar. Natiirlieh kann eine gewisse Gallenstauung -die sehon geniigen wtirde, um GM]e in den Pankreasgang eindringen zu lassen -kaum in einem Falle ausgeschlossen werden. Zunaehst ist es mSglich, dab ein kleines Konkrement, welches bei der Operation odor der Autopsie nieht mehr in

Topics

    0 Figures and Tables

      Download Full PDF Version (Non-Commercial Use)